Montag, Dezember 29, 2025
Heute veröffentlichte die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit für die Bundesverwaltung eine Handreichung “KI in Behörden - Datenschutz von Anfang an mitdenken”. Stand der Handreichung ist 2025-12-22.
Nicht überraschend: Verantwortlich für die personenbezogenen Daten bei Ein- und Ausgaben ist die das LLM einsetzende Behörde, was ausdrücklich auch memorisierte Daten betrifft. Auch eine Datenschutz-Folgenabschätzung ist laut BfDI in den allermeisten Fällen bei KI-Einsatz erforderlich.
Betroffenenrechte wie Löschung oder Korrektur sind beim Einsatz fremder LLM ohne neues Training kaum umsetzbar. BfDI schlägt hier vor
- Kap. 2.10.1: “Unrichtige personenbezogene Daten in Ausgaben sind zu verhindern, beispielsweise durch Filter, und gegebenenfalls vor ihrer Weiterverwendung zu berichtigen”
- Kap. 2.10.2: “Die sicherste Lösung wäre das regelmäßige Ersetzen des entsprechenden KI-Modells durch ein neues KI-Modell, welches ohne die zu löschenden Trainingsdaten trainiert wurde. Alternativ kommen auch Methoden des Machine Unlearnings in Betracht. […] sind geeignete technische und organisatorische Maßnahmen, z. B. Ein- und Ausgabefilter, als Übergangslösung einzusetzen”
BfDI hält also Filtermechanismen in diesen Fällen für ausreichend. Wie Gerichte dies sehen, insbesondere der EuGH (der sich ja zum Thema “löschen vs ausblenden äußerte”), lasse ich mal dahingestellt. 😉
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Sonntag, Dezember 28, 2025
Chinas Cyber-Regulierungsbehörde veröffentlichte am Samstag (2025-12-27) einen Regelungsentwurf zur öffentlichen Kommentierung, der eine strengere Aufsicht über KI-Dienste vorsieht, die menschliche Persönlichkeiten simulieren und Nutzer in emotionale Interaktionen einbinden sollen. Die Regeln betreffen alle KI-Produkte, welche
- in China angeboten werden und
- menschliche Persönlichkeiten, Denkmuster und Kommunikationsstile simulieren und emotional mit Nutzern interagieren. Dabei ist es egal, ob dies über Text, Bilder, Audio, Video oder über andere Mittel geschieht, was auch Kombinationen davon beinhaltet.
Art. 7 enthält Vorgaben, welche Aktivitäten nicht erlaubt sind. Dazu gehören beispielsweise
- Erzeugung, Verbreitung oder Förderung von Inhalten, die obszön, glücksspielbezogen oder gewalttätig sind oder zu Straftaten anstiften;
- Erstellung oder Verbreitung von Inhalten, die andere beleidigen oder diffamieren und deren legitime Rechte und Interessen verletzen oder
- Erlangung oder Beschaffung von vertraulichen oder sensiblen Informationen.
Art. 10 enthält Vorgaben für Trainingsdaten, darunter z.B.
- Verwendung von Datensätzen, die den sozialistischen Kernwerten entsprechen und die hervorragende traditionelle chinesische Kultur verkörpern
- die Trainingsdaten bereinigen und kennzeichnen, um ihre Transparenz und Zuverlässigkeit zu erhöhen und Datenverfälschung, Datenmanipulation und andere unzulässige Verhaltensweisen zu verhindern oder auch
- Verbesserung der Diversität der Trainingsdaten und Erhöhung der Sicherheit der vom Modell generierten Inhalte durch negatives Sampling, adversarielles Training und andere Mittel.
Die Webseite in chinesischer Sprache ist unter https://www.cac.gov. … 1768571207311996.htm zu finden.
Berichte hierzu im Netz unter:
Donnerstag, Dezember 25, 2025
The Decoder berichtet, dass bei Führungskräften von Salesforce das Vertrauen in große Sprachmodelle (LLMs) in diesem Jahr gesunken ist. Salesforce setze bei seinem KI-Produkt Agentforce nun verstärkt auf einfache, regelbasierte Automatisierung und reduziert in manchen Anwendungsfällen die Abhängigkeit von generativer KI, so ein Bericht bei “The Information” (https://www.theinfor … nerative-ai-declined).
Sanjna Parulekar, Senior Vice President für Produktmarketing bei Salesforce: Probleme seien insbesondere die inhärente Zufälligkeit und Unvorhersehbarkeit von LLMs, die Tendenz, bei vielen Anweisungen einzelne zu ignorieren und das KI-Agenten ihre ursprünglichen Ziele aus den Augen verlieren, wenn die KI-Agenten währenddessenn Fragen erhalten, die potentiell ablenkend wirken können.
Deutscher Bericht bei “The Decoder” unter https://the-decoder. … tzten-jahr-gesunken/, englischsprachige Berichte bei Economic Times (https://economictime … 6139465.cms?from=mdr) oder “Times of India (https://timesofindia … leshow/126121875.cms).
Mittwoch, Dezember 24, 2025
Im Oktober 2025 stellte Anthropic „Agent Skills“ für Claude vor (https://www.anthropi … ld-with-agent-skills). Inzwischen findet man verschiedene Sammlungen von “Claude Skills”, welche Anthropics KI-Assistenten Claude beibringen sollen, bestimmte Aufgaben wiederholt und standardisiert auszuführen. Eine Beschreibung, wie man mit Claude Skills arbeitet, findet sich u. a. bei github unter https://github.com/t … wesome-claude-skills.
Beispiele für entsprechende Skill-Sammlungen sind u.a.:
Skills stellen eine Sammlung von Prompts in einem Ordner dar, d.h. in der Regel müssen die für die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Aber häufig nehmen die angebotenen Skills viel Arbeit ab. Und eine gute Inspirationsquelle für Prompts stellen sie allemal dar.
Dienstag, Dezember 23, 2025
Laut Bloomberg Law verklagten Autoren, darunter der mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Journalist John Carreyrou, Anthropic PBC, Google LLC, OpenAI Inc., Meta Platforms Inc., xAI Corp. und Perplexity AI Inc. wegen Copyright-Verstoßes, Bericht unter https://news.bloombe … lawsuit-from-writers. Carreyrou gehört zu den Autoren, die sich gegen einen Vergleich in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar mit Anthropic entschieden haben.
Die Autoren haben die Klage nicht als Sammelklage eingereicht, weil sie ihre Ansprüche nicht „für einen Bruchteil ihres Wertes“ beilegen wollen, heißt es in der Klage unter Verweis auf den Anthropic-Deal, wonach jedes Werk Anspruch auf etwa 3.000 Dollar hat. Eine Jury könnte den Autoren bis zu 150.000 Dollar Schadenersatz pro verletztem Werk zusprechen, wenn sie feststellt, dass die Verletzung vorsätzlich war.